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Grammatikerwerb und Grammatikerwerbsstörungen

Wenn man im Alltag das Wort Grammatik hört, denkt man wahrscheinlich sofort an das Schulfach Deutsch und an die Schriftsprache.

Zur Grammatik gehören jedoch auch die Grammatikregeln der gesprochenen Muttersprache.
Dieser Regeln sind wir uns nicht bewusst, da wir sie schon im Kleinkindesalter erlernen.

Für den Erwerb der Grammatik sind Melodie- und Rhythmusgefühl vonnöten. Bereits ein Säugling reagiert stark auf diese Reize. Wenn ein Kleinkind Melodie und Rhythmus der Muttersprache verinnerlicht hat, kann es den Anfang und das Ende eines Wortes auch im Sprachfluss erkennen. So ist das Kind bereit, um die ersten Wörter zu lernen.
Dies geschieht etwa im Alter von 1.6 Jahren.

Ab etwa 2 Jahren macht ein Kind Zweiwortäusserungen in richtiger Reihenfolge z.B. „Papi fahre“, „Wauwau bös!“

Etwa mit 2.6 Jahren kann ein Kind bereits einfache Sätze formulieren. Die Wortreihenfolge im Satz ist noch nicht ganz richtig und einzelne Wörter sind noch nicht in der richtigen Form.
Das Verb (Tunwort), welches in unserer Sprache meist an zweiter Stelle im Satz steht, steht meist noch am Schluss. Auch fehlen noch Präpositionen (Ortsangaben) und Artikel (Begleiter). Z.B. „Schöni roti Jacke ha“, „ich tue Baby Bett“, „jetzt du Auto male!“.

Ab ca. 3 Jahren kann ein Kind das Verb an die richtige Stelle (2.Stelle im Satz) setzen. Auch kann es nun das Verb (Tunwort) dem Subjekt (Person) anpassen und erste Artikel (Begleiter) richtig benützen. Z.B. „Papi gaht“, „ich bau en Turm“.

Mit 3.6 Jahren kann ein Kind zusammengesetzte Sätze und Nebensätze bilden. Z.B. „Ich will hei gah, well i müed bin!“, „ich schlafä und du muesch mich wecke!“

Das Kind verfügt nun über die wichtigsten grammatikalischen Merkmale der gesprochenen Sprache.

Man spricht von einer Grammatikerwerbsstörung, wenn die Sprachentwicklung des Kindes stark vom oben Beschriebenen abweicht.
   
Wie kann ich meinem Kind helfen?

Weitere Informationen finden Sie unter diesen Links:

Hörbeispiel Grammatikerwerbsstörung

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